Vom 15. Mai bis 15. Juni 2018 ist Ramadan – die Fastenzeit für Musliminnen und Muslime. Wenn die Dämmerung anbricht, beginnt der Fastentag. Auf alles, was dem Körper zugeführt wird, wird verzichtet: Speisen, Getränke, Rauchen. Das Fasten wird nach Sonnenuntergang gebrochen. Traditionell wird als erstes eine Dattel gegessen oder Wasser getrunken.

Der Ramadan ist nicht nur Fastenzeit, sondern auch die Zeit der Einladung. Die Organisatoren sind stolz darauf, die Tradition mit dem «Fastenbrechen auf dem Schloss» weiterführen zu dürfen, welche das erste Mal vor zwei Jahren vom Anatolien Kulturverein initiiert wurde. Sie sind mit oder ohne Begleitung herzlich zum gemeinsamen Fastenbrechen am Freitag, 18. Mai, 20 Uhr, auf dem Schloss Wartenfels in Lostorf eingeladen.

Ein anatolisches Abendessen ist ein Erlebnis für Augen und Gaumen. Die wichtigste Zutat: Viel Zeit. Nach dem kulinarischen Erlebnis werden die Besucher zum Dessert anatolische Livemusik geniessen. Wer möchte kann danach individuell die Atmosphäre geniessen und sich austauschen oder sich verabschieden.

Anmeldung per E-Mail ([email protected]) mit Angabe der Anzahl Personen und deren vollen Namen sowie einem Hinweis, falls Sie ein vegetarisches Menü wünschen.

Programm

20.15 Uhr: Eintreffen (Schloss Wartenfels, Schlossstrasse 26, 4654 Lostorf)

20.45 Uhr: Grussworte

20.55 Uhr: Meditation zu Nay (orientalische Längsflöte aus Schilfrohr)

21.02 Uhr: Essen

21.45 Uhr: Oud (orientalische Kurzhalslaute(Saiteninstrument)

22 Uhr: gemeinsamer Austausch

Über den Anatolien Kulturverein: Der Anatolien Kulturverein wurde im Dezember 17 aufgelöst, damit ab Januar 18 mit vereinten Kräften unter dem Namen der „Stiftung Lernforum“ Projekte verwirklicht werden können. Die Stiftung fördert aktiv den interkulturellen und interreligiösen Dialog, sowie den konstruktiven Umgang mit kultureller Vielfalt. Wir bemühen uns um den Abbau von gegenseitigen Ängsten und Vorurteilen und orientieren uns an einer gemeinsamen Zukunft der Kulturen.

Der Anatolien Kulturverein aus Olten hat zum zum 2. interkulturellen Fastenbrechen auf dem Schloss Wartenfels in Lostorf geladen. Unter den knapp 50 Gästen befanden sich unter anderem der warmherzige Pastoralraumpfarrer Wieslaw Reglinski und der konziliante Solothurner Schriftsteller Franco Supino, sowie viele weitere wertvolle Gäste.

Mit dem Gebetsruf (Azan) des Imames begann am 9. Juni 2017 um 21.30 Uhr auf dem Schloss Wartenfels in Lostorf das Iftar (Fastenbrechen). In einer angenehmen Atmosphäre mit kulinarischen Köstlichkeiten wurde auch anatolische Livemusik vom Schweizer Oud-Lehrer Christian Moser gespielt.

Zu dieser Veranstaltung haben die Vereinsmitglieder, Ihre Nachbarn, Freunde und Bekannte aus verschiedenen Kulturen und Religionen eingeladen.

Im Monat Ramadan(dieses Jahr vom 27. Mai bis 24. Juni 2017), welcher sich jedes Jahr um etwa 10 Tage nach vorne verschiebt, fasten Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. An jedem Abend, nach Sonnenuntergang, gibt es ein Fastenbrechen. Der Ramadan ist nicht nur Fastenzeit, sondern auch die Zeit der Einladung! Es gehört zur Tradition auch Menschen aus anderen Weltanschauungen und Religionsgemeinschaften einzuladen. Diese Kultur ist deshalb sichtbarer Ausdruck des Respekts vor der Religion oder Weltanschauung des Anderen.

Die geladenen Gäste begegneten sich auf dem geschichtsträchtigen Schloss, um sich kennen zu lernen, sich auszutauschen, das symbolhaltige Ambiente zu geniessen und gemeinsam die offene Kultur des Fastenbrechens zu erleben.

Franco Supino wurde gebeten den Gästen über seine Erfahrungen mit Muslimen zu berichten. Er begann mit den Worten: „Ich gestehe, ich kenne eigentlich keine Muslime“, um gleich darauf klarzumachen, dass er eigentlich etliche Menschen mit muslimischem Glauben kennt, aber das im Zusammenleben gar keine Rolle spielt. „Wenn wir uns begegnen, zählt das Gemeinsame.“ Er sagte, dass es unmöglich sei alles vom Gegenüber zu verstehen, es gehe darum auf den Andere zuzugehen und das gemeinsame zu suchen.

 

Nach einer orientalisch-musikalischen Oud Einlage von Christian Moser erklärte Vereinssprecher Gökhan Karabas den Gästen, dass Ramadan der elfte Monat nach Islamischem Kalender(Mondkalender) ist und in diesem die wörtliche Offenbarung des Korans an den Propheten Mohammed begonnen habe. Es sei der Monat, für welchen Gott den Muslimen das Fasten vorgeschrieben habe. Davon ausgeschlossen seien jedoch Kinder bis etwa 14, Kranke, schwangere und stillende Frauen, sowie Reisende. Es sei auch nicht zugelassen, dass man Fasten würde, wenn es der Gesundheit schadet. Denn ein wichtiges Gebot im Islam sei, dass man sich und anderen keinen Schaden zufügen dürfe.

Mit der Ansprache „Liebe Schwestern und Brüder – würden wir Christen sagen, da wir ja doch alle irgendwie von Adam und Eva stammen“ übernahm Pastoralraumpfarrer Reglinski das Wort. Daraufhin erklärte er, dass das Fasten, neben Beten und Almosen geben, zu den drei Säulen des christlichen Fundaments gehöre. Die österliche Busszeit, welche 40 Tage vor Ostern beginnt, werde auch «Fasten-Zeit» genannt. Er erklärte die Beweggründe und die verschiedenen Auslegeweisen der christlichen Konfessionen.

Nach den Reden widmeten sich die Gäste wieder dem interkulturellen Austausch, welcher an den einzelnen Tischen stattfand und sichtlich alle Gäste Ihre Freude daran hatten. Es war ein stimmungsvoller Abend in einer einzigartigen Atmosphäre.

Der Anatolien Kulturverein setzt sich ein für den interkulturellen Austausch und organisiert mehrmals im Jahr Anlässe, an welchen interessierte sich mit anderen Menschen austauschen können.

Neue Oltner Zeitung, 23.11.2016

Kürzlich lud der Anatolien Kulturverein zum „1. Interreligiösen Fest in Olten“, dem Nachfolger vom Noah Fest, ein. Die geladenen Gäste konnten sich kennenlernen, austauschen, Barrieren abbauen und gemeinsam die offene Kultur erleben.

Olten Unter den 40 Gästen befanden sich Thomas Marbet, Stadtrat von Olten und Kantonsrat SP, der jüngste Solothurner Kantonsrat Jonas Hufschmid (CVP) und für die Solothurner Interkonfessionelle Konferenz SIKO die Damen Theres Mathys und Brigitta Köhl; letztere ist auch Präsidentin des christkatholischen Kirchgemeinderats in Olten. Die Ehrengäste dieses Abends waren jedoch drei junge Flüchtlinge aus Afghanistan, welche der Verein eingeladen hatte.

Das Fest fand über den Dächern von Olten, in der Cafeteria der Stiftung Arkadis an der Aarauerstrasse, statt. In einer ungezwungenen Atmosphäre gab es neben kulinarischen Köstlichkeiten auch anatolische Livemusik, und zum Dessert das Noah Müesli. Zu dieser Veranstaltung haben die Vereinsmitglieder ihre Nachbarn, Freunde und Bekannte aus verschiedenen Kulturen und Religionen eingeladen.

Gökhan Karabas, Sprecher des Anatolien Kulturvereins, begrüsste die Gäste herzlich und erinnerte daran, dass es bei diesem Anlass darum gehe, Vorurteile und Barrieren abzubauen sowie Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Der Oltner Stadtrat Thomas Marbet begrüsste die Gäste im Namen der Stadt und betonte, dass dieses interreligiöse Zusammentreffen zeige, wie wichtig das friedliche Zusammenleben sei und der Dialog durchaus möglich sei. «Wenn man in die Welt hinausschaut, hat man manchmal das Gefühl, dass all dies nicht möglich ist, dass Konflikte und Vorurteile sehr gross sind. Man muss sich zusammen an den Tisch setzen, um sich gegenseitig zu verstehen.»

Jonas Hufschmid, der junge Kantonsrat, äusserte seine Gedanken zum Zusammenleben verschiedener Religionen. Er erwähnte, wie sehr er von der goldenen Regel der Weltreligionen beeindruckt ist. Denn die besagt, dass sich die Weltreligionen in einem Grundsatz einig sind: «Behandle andere Menschen so, wie du von ihnen selbst behandelt werden willst.» Er wies darauf hin, dass wenn jeder Mensch sich an diese Regel halten würde, es auf der ganzen Welt Frieden gäbe.

Die Delegierte der Interkonfessionelles Konferenz SIKO, Brigitta Köhl, machte darauf aufmerksam, wie wichtig der interreligiöse Dialog in Zeiten wie diesen sei, in welchen Streit und Krach herrsche. Sie berichtete den Gästen von der „Woche der Religionen“, welche einen Tag nach diesem Zusammenkommen mit dem „Interreligiösen Spaziergang durchs Niederamt“ geendet hat.

„Kultur des Zusammenlebens!“ – mit diesem Motto luden die Anatolischen Kulturzentren in Olten und in Gränichen AG gemeinsam mit dem Dialog Institut zu einer bedeutsamen Schifffahrt auf dem Hallwilersee ihre Gäste ein. Die Veranstalter nennen dieses Ereignis NoahFest. Am diesjährigen NoahFest nahmen u.a. die Nationalräte Beat Flach, Philipp Hadorn teil. Das Fest fand am 5. Dezember 2015 um 15 Uhr auf dem Hallwilersee statt. In einer angenehmen Atmosphäre wurde neben kulinarischen Köstlichkeiten auch Livemusik gespielt. Zum Schluss der Veranstaltung wurde das hausgemachte Noah-Müesli serviert. Zu dieser Veranstaltung waren Vertreter der Religionsgemeinschaften sowie politische Vertreter diverser Parteien, Unternehmer, Medienschaffende, Akademiker und andere Multiplikatoren eingeladen. Zum Andenken an Terroropfern begann das Fest mit einer Schweigeminute. Das NoahFest ist eine einträchtige kulturelle Veranstaltung. Die geladenen Gäste begegneten sich auf einem Schiff auf dem Hallwilersee, um sich kennen zu lernen, sich auszutauschen, das symbolhaltige Ambiente zu geniessen und gemeinsam die Segel in Richtung einer friedvollen und vielfältigen Zukunft zu setzen. Das Anatolien Kulturzentrum organisierte das NoahFest in Kooperation mit dem Dialog Institut. Dieses Fest fand zum ersten Mal im Aargau statt. Das NoahFest ist beim Dialog Institut vor neun Jahren zur Tradition geworden. Die Motivation war der Gedanke, dass letztendlich alle im gleichen Boot sitzen, im Boot einer globalisierten Welt. In diesem Boot können Differenzen und Meinungsverschiedenheiten angesprochen, diskutiert und kritisch betrachtet werden. Jeder in der Gemeinschaft profitiert vom kulturellen Reichtum und dem Erfahrungsschatz des anderen. Mesude Helvaci vom Anatolien Kulturverein: „Migration ist keine Identität, es ist eine Lebenserfahrung.“ Nationalrat Beat Flach ermahnte uns, dass wir alle eine „Migrationserfahrung“ haben. Man müsse nur genug weit in die Vergangenheit schauen. Er machte den Teilnehmern Mut für die Zukunft und erinnerte daran, dass sich der Nebel der unsere Welt umspannt legen wird. „Am Noah Fest sind alle Religionen vertreten und bilden Licht im Nebel auf unserem gemeinsamen Weg“. Symbolhaft war auch der Nebel an diesem Nachmittag auf dem Hallwilersee, welcher sich etwas gelichtet hatte, als das Schiff nach der Rundfahrt wieder am Ufer anlegte.

Nationalrat Philipp Hadorn betonte in seinem Statement die Notwendigkeit und Wichtigkeit des interkulturellen und interreligiösen Dialogs und erzählte dazu von seiner Erfahrung mit Flüchtlingen, die er vor Jahren in Olten begleitete. „Obwohl Menschen mit verschiedenen Nationalitäten und Kulturen als Asylanten unter einem Dach lebten, war es eine sehr friedliche Atmosphäre in diesem Haus.“ Der Geschäftsleiter des Internationalen Versöhnungsbundes (Ifor Schweiz) Hansulrich Gerber unterstrich die Bedeutung der Zivilcourage mit den folgenden Worten: „Heute, wo Propaganda, Gleichschaltung und Polarisierung pausenlos am Werk sind, wo der Druck des Konsums, die Demagogie der Machtpolitik und die Verblendung des militärisch-industriellen Komplexes unermesslich hoch sind, ist Zivilcourage eine eher seltene, doch enorm wichtige Qualität.“ „Der Frieden ist kein Zustand, in dem es kriegerische Auseinandersetzungen fehlt. Er ist vielmehr ein Prozess, in dem Menschen such für Akzeptanz, Achtung und Respekt einsetzten“, so der Geschäftsleiter des Dialog Instituts Ramazan Özgü.

Zum Dialog Institut: Das Dialog Institut ist als politisch neutraler und gemeinnütziger Verein organisiert. Es wurde am 01. September 2004 gegründet. Die Gründungsmitglieder sind mehrheitlich erfahrene Personen im interkulturellen und interreligiösen Dialog, die sich als Brückenmenschen verstehen. Das Institut ist offen für alle Menschen. Zum Kulturverein Anatolien: Anatolien Kulturverein ist ein zivilgesellschaftlicher und gemeinnütziger Verein, der sich bezweckt, die Kultur des Anatoliens sowohl zu Menschen mit anatolischen Hintergrund als auch zur einheimischen Bevölkerung in der Schweiz in einer freundlichen aufrichtigen Art und Weise widerzuspiegeln. Unsere globalisierte Welt braucht Friedensbrücken zwischen Kulturen, ehrliche Schritte und Bemühungen abzubauen gegenseitiger Vorurteile mehr als bisher, um friedliches Zusammenleben zu realisieren.

Original Link:

Neue Oltner Zeitung, 7.12.2015

http://www.noz.ch/olten/detail/article/alle-im-gleichen-boot-0069558/